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  Aus Briefen ehemaliger Belvederer

Resonanz nach 32 Jahren (28.04.2009)
Auf [dieser] Seite habe ich voller Erstaunen ein Bild entdeckt, das mir eine unerwartete Freude gemacht hat. Ich kenne nur zwei Personen aus der Gruppe, aber der eine ist [...] mein Klassenleiter von 1973 bis 1977, der andere [...] mein Geschichtslehrer, für mich in meiner Belvederer Zeit wie ein Freund und Mentor, beide hatten nachhaltigen Einfluss auf mein weiteres Leben.
Genau deshalb schreibe ich diese Zeilen, aber auch weil mich die Erinnerungen an die phantastische Zeit, die ich in Belvedere hatte, durch mein ganzes bisheriges Leben begleitet haben und die damaligen Akteure, auch wenn ich die meisten über viele Jahre nicht gesehen habe, vor meinem inneren Auge präsent sind, als wäre es gestern, dass wir uns begegnet sind.
Nach der Belvederer Zeit habe ich Musik studiert (Kontrabass) und 20 Jahre im MDR-Sinfonieorchester Leipzig gearbeitet. [...]
Die Belvederer Zeit von 1973 bis 1977 gehörte zum Besten in meinem Leben, schon aus diesem Grund fahre ich mehrmals im Jahr nach Weimar, um in Belvedere Erinnerungen wach zu halten, den Park und das schöne Umfeld zu genießen und aufzutanken. Inzwischen ist es zur Gewohnheit für mich geworden, vor wichtigen Entscheidungen in meinem Leben nach Belvedere zu fahren und dort, in der mir liebsten Umgebung, nachzudenken und Lösungen zu finden. [...] Noch ein Wort zur Zeit 1973 bis 1977, also tiefste DDR-Zeit, was für mich kein Nachteil war, dieses Land war mein Heimatland und ist es bis heute (in der Seele zumindest) geblieben. Ich hatte das große Glück, die äußere und innere Freiheit in Belvedere und den Zwang, sich in sehr jungen Jahren schon auf eigene Füße stellen zu müssen, genießen zu können. Daran haben mich auch einige störende Nebengeräusche nicht gehindert, [...].
Jahre, in denen man sich die Grundlagen für das weitere Leben selbst zu erarbeiten beginnt, in Belvedere verbringen zu dürfen und Kraft aus diesem Refugium ziehen zu können, ist ein seltenes Glück, vor allem wenn man bedenkt, dass der Rest des Lebens kaum so paradiesisch ist, was wiederum auch gut und weise ist. In diesem Sinne, danke für´s "Zuhören" und alles Gute!
Von Herzen
Ingo Poser

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